Baugrunderkundung – Geotechnische Erkundung
ABS 38 Tüßling-Freilassing
Steckbrief
Menge Bohrungen: 35 (29 S-Kurve, 6 Eisenbahnüberführung)
Bohrverfahren: Kernbohrung, lotrecht und verrohrt bis Endteufe
Endteufe: bis 65 m
Geologie: Lößlehm über Kies bis Blöcken, stellenweise Moräne und Nagelfluh (S-Kurve); Auffüllungen über Hangschutt und Seesedimenten (Widerlager Ost)
HIGHLIGHTS
- 35 Kernbohrungen an S-Kurve und Brücke
- Bohrarbeiten als Schattenmaßnahme in 8 Tagen
- Arbeiten bei laufendem Zugbetrieb
Projektbeschreibung
Baugrunderkundung an der Ellertinger S-Kurve für die Ausbaustrecke 38
Für den geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke 5723 zwischen Tüßling und Freilassing wurden im Bereich der Ellertinger S-Kurve und an einer Eisenbahnüberführung bei Unterschnitzing ergänzende Baugrunderkundungen durchgeführt. Der Zugbetrieb lief während der gesamten Erkundung weiter.
Projektziel
Die Ausbaustrecke 38 soll zwischen Tüßling und Freilassing um ein zweites Streckengleis erweitert und die zulässige Geschwindigkeit auf bis zu 160 km/h angehoben werden. Für die dafür nötigen Dammverbreiterungen und Einschnittserweiterungen fehlten an zwei Abschnitten noch aktuelle Baugrunddaten: an der Ellertinger S-Kurve und am Widerlager Ost der Eisenbahnüberführung km 27,521, die die Strecke über ein rund 20 m tiefes Bachtal führt.
Geologie und Hydrogeologie
- Baugrund Ellertinger S-Kurve: überwiegend bindige Deckschichten (Lößlehm) über pleistozänen, sandigen Kiesen bis Blöcken, stellenweise Moränensedimente und Nagelfluh
- Baugrund Widerlager Ost: bindige und gemischtkörnige Auffüllungen, darunter Hangschutt über bindigen Seesedimenten
- Grundwasser: kein geschlossener Grundwasserspiegel im relevanten Tiefenbereich, im Talbereich der Eisenbahnüberführung jedoch bei rund 3 bis 4 m unter Geländeoberkante
Projektherausforderungen
Ein Großteil der Zuwegungen führte über wegloses Grün- und Ackerland ohne befestigte Straßen, was geländegängiges Gerät sowie streckenweise Baggermatratzen und provisorische Baustraßen erforderte. Der Zugbetrieb musste durchgehend aufrechterhalten werden, Arbeiten im Gefahrenbereich des Gleises waren nur während einer einzigen Vollsperrung möglich. Diese war primär für den Schwellenwechsel der Südostbayernbahn angesetzt, die Bohrarbeiten an der Eisenbahnüberführung liefen als Schattenmaßnahme mit und blieben auf 8 Tage im Schichtbetrieb rund um die Uhr begrenzt, bei Endteufen bis 65 m. Weitere Sperrmöglichkeiten standen nicht zur Verfügung, die eingesetzte Technik musste entsprechend von vornherein ausreichend dimensioniert sein.
Technische Umsetzung
- Direkte Aufschlüsse: 35 Kernbohrungen, lotrecht und bis Endteufe verrohrt (29 an der Ellertinger S-Kurve, 6 an der Eisenbahnüberführung mit Endteufen bis 65 m)
- Grundwassermessung im Bohrloch in 15-Minuten-Intervallen bis zur Stabilisierung des Wasserspiegels
Gerätetechnik und Logistik
Im Gleisbereich kamen gleisgebundene Bohr- und Drucksondiergeräte auf einem Arbeitszug zum Einsatz, abgestellt zwischen den Sperrpausen in Garching (Alz) und Freilassing. Zudem wurden kombinierte Ramm- und Drehbohrgeräte eingesetzt, um das unbefestigte land- und forstwirtschaftliche Gelände zu erreichen.
Ergebnis
Die Erkundung lieferte die vollständige Baugrunddatenbasis für die weitere Planung des zweigleisigen Ausbaus, termingerecht innerhalb der einzigen verfügbaren Sperrpause an der Eisenbahnüberführung und ohne Einschränkung des laufenden Zugbetriebs.
Ihr Ansprechpartner
Geschäftsführer
Tel.: +49 7304 9602 – 33
E-Mail: j.ritter@geo-bohr.de
