Spezialtiefbau – Mikropfähle
Mikropfähle am Blaubeurer Tor
(Großbaustelle Ulm B10)
Steckbrief
Verfahren: Imlochhammerbohren
Durchmesser: DN 300 mm
Tiefe Pfahlbohrungen: 16 m
Geologie: Kalkstein-Fels; stark grundwasserführend
HIGHLIGHTS
- Ausführung bei nur 2,60 m lichter Arbeitshöhe
- Kontrollierter Wasseraustrag im grundwasserführenden Fels.
- Paralleler Einsatz von zwei kompakten Kellerbohrgeräten HD60
Projektbeschreibung
Mikropfähle am Blaubeurer Tor (Großbaustelle Ulm B10)
Im Rahmen der Großbaustelle Ulm B10 / Blaubeurer Tor Unterführung hat uns unser Auftraggeber LEONHARD WEISS mit einer logistisch und technisch anspruchsvollen Vorab-Gründungsmaßnahme betraut. Die Arbeiten fanden in der alten Durchfahrt für Fahrradfahrer und Fußgänger im Blaubeurer Kreisverkehr statt.
Projektziel
Ziel war die Herstellung einer Vorab-Gründung für eine neue Straße, die erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt der Gesamtbaumaßnahme realisiert wird. Die neue Trasse verläuft in einem Zwickelbereich zwischen dem zukünftigen Tunnel und dem Betriebsgebäude des Tunnels. Da dieser Bereich im weiteren Bauablauf nicht mehr zugänglich sein wird, mussten die Pfähle zwingend vorab gesetzt werden. Die Mikropfähle dienen dazu, an dieser Stelle gleichmäßige Steifigkeitsverhältnisse zwischen den verschiedenen zukünftigen Bauwerken sicherzustellen.
Geologie und Hydrogeologie
Baugrund: Fels (Kalkstein)
Grundwasser: Der Kalkstein ist stark grundwasserführend.
Projektherausforderungen
Die größte Herausforderung stellten die extrem beengten Platzverhältnisse dar: Die Arbeiten mussten bei einer lichten Arbeitshöhe von lediglich 2,60 m ausgeführt werden. Dies definierte die Wahl der Maschinentechnik und die Baustellenlogistik. Aufgrund des grundwasserführenden Kalksteins musste zudem das beim Imlochhammerbohren anstehende Wasser kontinuierlich und kontrolliert nach oben gefördert werden.
Technische Umsetzung
Bohrverfahren: Imlochhammerbohren mit Großkompressor
Bohrdurchmesser: DN 300
Pfahlsystem: 18 Stk. gebohrte Mikropfähle
Längen: 16 m (davon 5 m Einbindung in den Kalkstein-Fels)
Tragglied: Knicksicheres Tragglied Ischebeck Titan 103/78 (Einbau in das gebohrte Loch)
Gerätetechnik und Logistik
Um die Bohrarbeiten unter der sehr geringen Deckenhöhe von 2,60 m überhaupt ausführen zu können, kamen zwei extrem kompakte Kellerbohrgeräte des Typs HD60 zum Einsatz. Eine weitere Besonderheit war die sehr kurzfristige Auftragsvergabe. Um die engen Vorlaufzeiten zu kompensieren und die Maßnahme zu beschleunigen, wurden die Arbeiten im Zeitraum vom 15.09. bis 02.10.2025 mit zwei parallel arbeitenden Bohrtrupps ausgeführt.
Ergebnis
Mit den 18 hergestellten Mikropfählen steht die statisch notwendige Vorab-Gründung für die zukünftige Straßenführung zur Verfügung. Das Projekt konnte trotz der extremen Platzverhältnisse, der anspruchsvollen Geologie und des hohen Zeitdrucks termingerecht und erfolgreich abgeschlossen werden.
Ihr Ansprechpartner
Geschäftsführer
Tel.: +49 7304 9602 – 33
E-Mail: j.ritter@geo-bohr.de
