Baugrunderkundung – Kernbohrungen und Bohrlochscans
Eisenbahnüberführung, Rangierbahnhof Ulm
Steckbrief
Bohrungen: 14 Baugrundaufschlüsse
Verfahren: verrohrtes Seil-Kernbohrverfahren
Durchmesser: DN 100 mm (Aufweitung auf 270 mm für Messstellen)
Endteufen: 12 m bis 20 m
Proben: durchgehend gekernte Proben
Geologie: Lockergestein, massive historische Baustrukturen (Altbeton) und Jura-Festgestein
Ausbau: 4 Karst-Grundwassermessstellen
HIGHLIGHTS
- Gleisgebundene Logistik mittels Zweiwegebagger
- Kampfmittelerkundung und Bohrlochscans
- Spezialleistung: Durchörterung von bis zu 12 m massivem, teils bewehrtem Altbeton
Projektbeschreibung
Baugrunderkundung Ersatzneubau EÜ, Ulm Rangierbahnhof
Die Eisenbahnüberführung (EÜ) im Rangierbahnhof Ulm (Strecke 4542) ist eine zentrale Güterverkehrsader. Da die Nutzungsdauer Ende 2026 abläuft, ist ein Ersatzneubau bis Januar 2029 zwingend erforderlich. Zur Vorbereitung der Tiefgründung wurde eine ergänzte Baugrunderkundung zur exakten Bestimmung der Felskontur durchgeführt.
Projektziel & Geologie
Ziel war die Niederbringung von 14 Kernbohrungen zur Ermittlung der Schichtenfolge und bodenmechanischen Kennwerte. Der Standort im nördlichen Gleisdreieck weist eine heterogene Geologie aus Lockergestein, historischer Bausubstanz und Jura-Festgestein auf:
Achsen 20, 30 & 40: Bohrungen bis 13 m Tiefe (Festgestein ab ca. 3 m).
Trogbauwerk: Erkundung durch Bestandsbauwerke bis 20 m Tiefe (davon bis zu 12 m Beton).
Rampe: Bohrungen bis 17,5 m mit Fokus auf Karsthohlräume.
Hydrogeologie & Sicherheit
Vier Karst-Grundwassermessstellen überwachen über 24 Monate die Wasserstände. Zudem wurden Proben zur Bestimmung der Beton- und Stahlaggressivität entnommen. Die Kampfmittelerkundung wurde baubegleitend direkt im Zuge der Bohrarbeiten durchgeführt.
Herausforderungen & Technische Umsetzung
Alle Arbeiten erfolgten unter extremen logistischen Bedingungen als Schattenmaßnahme während einer Komplettsperrung:
Logistik: Rein gleisgebundener Transport via Arbeitszug (Zweiwegebagger), da kein Straßenzugang bestand.
Höhenbeschränkung: Einsatz kompakter Kleinbohrgeräte (HD70/HD85) aufgrund einer strikten Arbeitshöhe von maximal 4,0 m (Oberleitungen/Bestandsbrücke).
Verfahren: Verrohrtes Seil-Kernbohren (DN100) mit Luftspülung; Ausbau der Messstellen mittels Imlochhammer (270 mm).
Spezialleistung: Kernbohrungen durch massive, teils bewehrte Bestands-Widerlager sowie geophysikalische Bohrlochscans zur Gefügeanalyse.
Ergebnis
Die Aufschlüsse liefern eine lückenlose Datenbasis über die Felslinie und Inhomogenitäten. Dies minimiert das Baugrundrisiko maßgeblich und sichert die termingerechte Inbetriebnahme für 2029.
Ihr Ansprechpartner
Geschäftsführer
Tel.: +49 7304 9602 – 33
E-Mail: j.ritter@geo-bohr.de
