Baugrunderkundung – Geotechnische Erkundung
Rhein-Main-Link am Kapellenberg, Hofheim
Steckbrief
Bohrungen: Rammkern- und Seilkernbohrungen
Endteufe (max.): 140 m
Tiefe Rammkernbohrungen (Düsterlohhammer): bis 100 m
Tiefe Seilkernbohrungen (Bentonit-Polymer-Spülung): bis 140 m
Geologie: Tuffsande, Donaukiese, Molasse, Kalkstein
HIGHLIGHTS
- Kernbohrungen bis 140 m Tiefe
- Bohrgerät HD180, bis zu vier Geräte im Einsatz
- Bohrfenster Oktober bis März im Waldgebiet
Projektbeschreibung
Erkundungsbohrungen für den Rhein-Main-Link am Kapellenberg bei Hofheim
Zweite Bohrkampagne 2026
Der Kapellenberg bei Hofheim am Taunus ist ein bewaldetes Naherholungsgebiet. Unter ihm soll künftig der Rhein-Main-Link in geschlossener Bauweise verlaufen. Die neue Gleichstromverbindung soll über rund 600 km Windstrom aus Niedersachsen nach Hessen bringen. Nach einer ersten Vorabbohrung 2025 folgte im Frühjahr 2026 die zweite Bohrkampagne mit Erkundungsbohrungen bis 140 m Tiefe.
Projektziel
Die Erkundungsbohrungen sollen klären, ob die Unterquerung technisch möglich ist und mit welcher Bauweise. Dafür werden der Schichtenaufbau sowie die geologischen und hydrogeologischen Kennwerte bis in große Tiefe erfasst. Sie bilden die Grundlage für Vortrieb, Trassenführung und die Lage der Start- und Zielgruben.
Geologie
- Baugrund: Tuffsande, Donaukiese, Molasse und Kalkstein
Projektherausforderungen
Gebohrt wurde mitten im Wald- und Naherholungsgebiet. Aus Naturschutzgründen sind Bohrarbeiten am Kapellenberg nur von Oktober bis März zulässig, in der Brutzeit ruhen sie. Die Arbeitsflächen im Wald waren auf das notwendige Minimum zu begrenzen. Topografie und Zuwegungen erforderten eine exakte Einsatz- und Logistikplanung innerhalb dieses Zeitfensters.
Technische Umsetzung
- Aufschlüsse: Kernbohrungen im Locker- und Festgestein
- Endteufen: bis 140 m
- Bohrverfahren Lockergestein: Rammkernbohrung mit Düsterlohhammer bis 100 m
- Bohrverfahren Festgestein: Seilkernbohrung mit Bentonit-Polymer-Spülung bis 140 m
- Verrohrung: mehrfach teleskopiert, 419, 324, 267 und 219 mm
- Dokumentation: lückenlose Erfassung geologischer und hydrogeologischer Kennwerte
- Randbedingungen: Bohrfenster Oktober bis März, sensibles Waldgebiet, minimale Flächeninanspruchnahme
Gerätetechnik und Logistik
Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft waren bis zu vier Bohrgeräte im Einsatz, darunter das Bohrgerät HD180, ein Geotec Rotomax XL-B. Für die schweren Fahrzeuge wurden Baustraßen und Arbeitsflächen aus Schotter auf einem Geotextil angelegt, das den Waldboden schützt. Am Hang sichern Betonblocksteine die Schotterflächen. Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Wege wieder zurückgebaut.
Erkenntnisse der Vorabbohrung
Die Erkundungsbohrungen liefern belastbare Parameter für Vortrieb und Trassenführung. Damit lassen sich die Start- und Zielgruben festlegen und die technischen wie ökologischen Risiken der Unterquerung begrenzen.
Ihr Ansprechpartner
Geschäftsführer
Tel.: +49 7304 9602 – 33
E-Mail: j.ritter@geo-bohr.de
